Ethisch korrektes Leben

20 Oct

„Ethisch korrektes Leben“ – ein Begriff, der momentan in aller Munde ist. Bio- und Fairtrade-Produkte erleben einen wahren Boom und sind selbst aus den Regalen von Discount-Supermärkten nicht mehr wegzudenken. Große Konzerne wie Unilever und Regierungen implementieren “Corporate Sociale Responsibility” -Strategien und engagieren sich für die Förderung nachhaltiger sozialer, ökonomischer und ökologischer Entwicklung, und Privathaushalte können sich zwischen grünem und „herkömmlichem“ Strom entscheiden. Alles nur Etikettenschwindel?­ Wie biologisch ist ein Apfel, der aus Frankreich nach Österreich importiert wird? Für wen ist Fairtrade fair? Für die ProduzentInnen im globalen Süden, für die Handelsunternehmen, oder für die KonsumentInnen? Wie umweltverträglich ist ein Waschmittel, das nur aus natürlichen Stoffen hergestellt wurde? Wie grün ist der Strom, der aus unserer Streckdose kommt? Welche Sicherheit, dass die Produkte, die wir kaufen, auch diejenigen sind, für die wir sie halten, können wir in diesem Dickicht aus unterschiedlichsten Gütesiegeln und Labels überhaupt haben? Wie viel Profit bedeutet „ethisch korrekte Produktion“ für die Unternehmen? Welche Funktion haben wir KonsumentInnen? Machen wir mit dem Konsum ethisch korrekter Produkte, die oftmals empfindlich teurer als herkömmliche Produkte sind, die Welt wirklich besser, wie uns vielfach versprochen wird? Oder müssen wir uns doch mit der Einsicht begnügen, dass der einzige Kaufgrund für Bio- und Fairtrade-Produkte ist, dass sie vielleicht ein bisschen besser für unsere Gesundheit als herkömmliche Produkte sein können (nicht zwangsläufig müssen), aber dass wir die Welt damit nicht retten können? Erkaufen wir uns damit möglicherweise ein Stück weit ein gutes Gewissen? Wie wirkt sich ethische Produktion, ethischer Handel und Konsum auf die wirtschaftlichen Verhältnisse aus? Kommt es im Bereich herkömmlich hergestellter Produkte zu einem verstärkten Preisdumping? Kann der Markt für ethisch korrekte Produkte als autonomer Markt neben dem „normalen“ Markt bestehen? Ist dieser Protektionismus ein Gewinn für ProduzentInnen, Unternehmen und KonsumentInnen? Kann sich daraus die gesamte Produktion ändern? Wie viel individuelle Verantwortlichkeit für die Gesellschaft (durch den Konsum ethisch korrekter Produkte) tragen wir letztendlich wirklich bzw. sind wir imstande zu tragen?

Diskussionsveranstaltung über ethisches Produzieren, Handeln und Konsumieren

am Dienstag, 25. Oktober 2011, um 19.30 Uhr im Amerlinghaus in der Stiftgasse 8, 1070 Wien

Jeder ist herzlich wilkommen um mit zu Diskutieren.

Mehr Informationen über die Diskussionsgruppe kannst du hier finden.

Einige referenzen. Andere Literatur und Links können sie immer schicken nach diskussionsgruppespartacus@gmail.com.

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