Einleitung – Bildung

25 Nov
Diskussion vom 24.11.2011, Wien

Vor 2 Wochen endete das Volksbegehren “Österreich darf nicht sitzen bleiben” mit einer Beteiligung von über 380.000 Unterschriften. Bildung ist zur Zeit ein heißes Thema. Woran kann es liegen, dass  jede/r vierte SchülerIn nicht mehr sinnerfassend lesen kann? Was sind die Konsequenzen?

Ist dieser Mangel an grundlegenden Fähigkeiten schuld, dass sich immer weniger Leute für Dinge wie Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Geschichte etc interessieren?

Sind diese Interessen wirklich am verschwinden oder sieht es nur manchmal so aus? Kann man angesichts von Initiativen wie Bildungsdemos, Hörsaalbesetzungen, Volksbegehren etc von schwindendem Interesse sprechen?

Wer hat überhaupt ein Interesse an einem hohen Bildungsstandard? Hauptsächlich der/die Einzelne? Der Staat? Arbeitgeber? Und wer ist dafür verantwortlich, ihre Verfügbarkeit zu garantieren?

Sind gebildete Menschen die besseren Demokraten?

Wer bestimmt, wer sich bilden darf und wer nicht? Soll sich Jede/r unbegrenzt bilden dürfen? Wenn nicht: wo sollen die Grenzen sein? Und wenn ja: Ist ein Zugang nur dann wirklich frei, wenn er kein Geld kostet?

Warum werden Kinder von Akademikern selbst auch eher Akademiker, während Kinder aus so genannten bildungsfernen Schichten seltener den Weg an eine Hochschule finden? Ist diese Reproduktion der sozialen Verhältnisse problematisch? Wenn ja, was könnten Lösungen sein?

Ist man mit 10 Jahren noch zu jung, um sich zwischen verschiedenen Schultypen zu entscheiden?

Wie leicht oder wie schwierig ist es, im späteren Verlauf noch zu wechseln?

Zielen diese Systemdiskussionen vielleicht sogar alle am Kern der Probleme vorbei? Liegt es in Wirklichkeit vielleicht eher daran, WIE Bildung vermittelt wird?

Sind heutige Unterrichtsmethoden noch zeitgemäß? Würde es helfen, wenn sich mehr Lehrende um weniger Lernende kümmern müssten?

Und wie wird mit denen umgegangen die nicht ins Schema vom “normalen” oder “gesunden” Kind passen?

In Wien gibt es so gut wie keine Sonderschulen mehr, alle Kinder, auch so genannte “Härtefälle” werden gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. In Niederösterreich ist die Situation genau umgekehrt. Dort wird eher versucht, Kinder die “aus dem Rahmen fallen” getrennt von den Anderen zu unterrichten. Welche Vorteile haben die jeweiligen Systeme? Und welche Nachteile? Welche Mittelwege wären denkbar?

Wege und Möglichkeiten zur Veränderung gäbe es viele, aber wie kann man wirklich etwas bewegen? Welche Rolle haben die Hörsaalbesetzungen und Demonstrationen für die Entwicklung des Fortschrittes gespielt? Was war positiv, was negativ? Wie hätte mehr erreicht werden können? Ist die “Uni brennt” – Bewegung gescheitert? Oder war sie ein Wegbereiter?

M.

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