Einleitung – Was ist Geld?

27 Mar

Geld – Was bedeutet das eigentlich?

Geld ist in unserer Gesellschaft für das Überleben eine absolute Notwendigkeit. „Geld“ als Thema ist allgegenwärtig, als tatsächlicher Besitz bei vielen Menschen aber schon viel weniger. Der Suchbegriff „Geld“ führt auf google.de zu 324 Millionen Einträgen[1], allen voran Links zu Versicherungen, Kreditkartenfirmen und Glücksspielseiten (abgesehen vom Wikipedia-Eintrag zu Geld, der an erster Stelle steht), „Money“ sogar zu 3,6 Milliarden Einträgen.

Die Frage nach Geld begleitet uns in unserem Leben ständig. Das spiegelt sich auch in vielen “kulturellen” Erscheinungen wider: Wer kennt nicht z.B. das Lied “Money, Money, Money” von ABBA? Im Deutschen (und in anderen Sprachen) verwenden wir für Geld “Kosenamen“: Wir bekommen von unserem/unserer ArbeitgeberIn den “Kies”, wir reichen dem/der KassierIn den “Zaster” hin, wir leihen einem/einer FreundIn “Knete”, wir bezahlen für ein Bier nur “Peanuts”, die Polizei beschlagnahmt “Blüten”, wir philosophieren darüber, dass uns “der schnöde Mammon” auch nicht glücklich macht, etc. Auch in Mythen und Märchen spielt Geld immer wieder eine wichtige Rolle: als Bürde in „Hans im Glück“, in dem der Protagonist Hans am Schluss sein Glück findet, weil er seinen gesamten Lohn auf seiner Heimreise zur Mutter verloren hat; als Belohnung in „Die Sterntaler“, in dem ein Mädchen für seine selbstlosen Taten mit Sterntalern reich beschenkt wird. Ferner kennen sicher viele den Ausspruch „Zeit ist Geld“, der darauf hinweisen soll, dass Zeit wertvoll ist und (sinnvoll) genutzt werden sollte.

Mit Geld (bzw. einer gewissen Menge davon) können sich Menschen alle erdenklichen Wünsche erfüllen – vom Schwimmbad im Garten bis zum Ausflug ins Weltall, alles, was technisch bereits irgendwie möglich ist, kann mit Geld realisiert werden. Kein oder wenig Geld (gemessen an einem bestimmten Mindeststandard, der je nach Land und Region sehr unterschiedlich sein kann, und natürlich noch nichts mit dem individuellen Empfinden zu tun hat) bedeutet, arm zu sein, und damit keinen oder weniger Zugriffsmöglichkeiten auf soziale, kulturelle, technische und verschiedenste andere gesellschaftliche Errungenschaften zu haben. Auch soziale Ausgrenzung ist unter diesen Umständen möglich, denn Geldprobleme betreffen nicht nur die „rein“ materielle Seite, also dass man sich gewisse Dinge, die man braucht, um halbwegs gut überleben und leben zu können, leisten kann, sondern auch eine soziale Seite. Wenn man sich z.B. als StudentIn oder WenigverdienerIn keinen neuen Laptop leisten, sich nicht nach der neuesten Mode kleiden, sich nicht hin und wieder einen Bar- oder Restaurantbesuch mit FreundInnen leisten kann, überlebt man zwar sicher, aber das soziale Leben kann davon gefährdet werden – weil man an Dingen, die für andere „normal“ sind, nicht (mehr) teilhaben kann, und damit bei den Mitmenschen mitunter auf Unverständnis stoßen kann.

Wer in seinem/ihrem Leben wenig Geld verdient hat, und danach arbeitslos wird, bekommt automatisch weniger Arbeitslosengeld und andere Transferleistungen vom Staat (an den er/sie während des Arbeitslebens Geld in Form von Steuern gezahlt hat); wer viel Geld verdient hat, bekommt auch viel vom Staat. Eine einfache Gleichung? Ganz so simpel ist es dann auch wieder nicht, wenn wir uns z.B. das sozialdemokratische System der Wohlfahrtsstaatlichkeit (vgl. Esping-Andersen 1991) ansehen, das dazu eingeführt wurde, um die ungleichen Besitzverhältnisse in der Gesellschaft auszugleichen und damit soziale Ruhe und Sicherheit herzustellen. Der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat schichtet Geld, das in Form von Steuern an den Staat fließt, in soziale Transferleistungen, z.B. ein universelles Gesundheits- und Bildungssystem oder eine Pensionskassa, um, die für alle BürgerInnen des Staates die gleichen Leistungen anbieten. Das ist aber wohlgemerkt auch nur ein Idealtyp, dessen unterschiedliche Umsetzungen mittlerweile im Verschwinden sind.

Und eigentlich ging es bisher auch nur um die Frage, was mit Geld möglich oder nicht möglich ist…

Aber was ist Geld per se überhaupt? Zeigt Geld bloß einen gewissen Tauschwert an? Ist dieser Tauschwert auf der ganzen Welt derselbe, oder hängt er mit persönlichen, kulturellen und sozialen Bedürfnissen zusammen? Was ist überhaupt ein “Bedürfnis”, und ist eine Unterscheidung in Grund- und Luxusbedürfnisse möglich? Hängen Bedürfnisse wiederum vom kulturellen/sozialen Kontext ab? Und welche Bedürfnisse sind mit Geld zu erfüllen? Warum zahlen wir – wenn wir „Cash“ verwenden – mit Metall und Papier, und nicht z.B. mit Muscheln oder Kieselsteinen? Wie erhält ein Stück Papier, Metall oder Plastik überhaupt einen bestimmten Wert, und wer entscheidet darüber? Woher kommt das Geld? Wozu dient Geldpolitik?

 

 

Was ist Geld? Eine kleine Einführung.

(Hauptsächlich eine Zusammenfassung des Wikipedia-Artikels zu „Geld“ auf de.wikipedia.org/wiki/Geld, solange nicht anders ausgewiesen. Ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.)

 

Geld entstand wahrscheinlich im Laufe der Geschichte mit der Zunahme von Tauschgeschäften und der Ausbreitung des „Kapitalerwerbswesens“ zur Erleichterung des Güterverkehrs („transaktionskostentheoretische“ Erklärung des Geldursprungs). (Helmedag 1995: 711f)

Funktionen von Geld

In der Funktion als Tauschmittel ist Geld ein Zahlungsmittel. Andere Funktionen des Geldes sind die als Wertaufbewahrungsmittel – daher wurden fast immer unverderbliche Güter als Geld eingesetzt – und die als Wertmaßstab und Recheneinheit, d.h. als Vergleichsmaßstab für die Menge von Lohnarbeit, Waren und Dienstleistungen, die damit entlohnt bzw. erworben werden kann. Die Menge Geld, die jemand besitzt, entspricht dem Anteil am Sozialprodukt, den er/sie erwerben kann, wenn er/sie das Geld ausgibt. Der Wert einer Geldeinheit wird bezeichnet als Kaufkraft des Geldes. Geld kann außerdem als Kommunikationsmedium fungieren, da innerhalb des Wirtschaftssystems nur mittels Geld kommuniziert werden kann. Geld ist alles, was die Funktion als Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Wertmaßstab erfüllt.

Geschichte des Geldes

Bei Geld handelte es sich in der Vergangenheit meist um allgemein geschätzte Güter, die aber nur in beschränkter Menge vorhanden waren, z.B. Getreide, Muscheln, Silber oder Gold. Weil von diesen Materialien eben nicht unbegrenzt viel zur Verfügung stand und sie daher auch nicht beliebig oft herzustellen oder zu kopieren waren, konnten sie sich als allgemein akzeptierte Tausch- und Zahlungsmittel durchsetzen. Welche Güter konkret als Geld verwendet wurden, war von der jeweiligen Kultur und der Epoche abhängig: So gab es z.B. in Mikronesien Steingeld, in Nordamerika Kleidergeld, und in vielen unterschiedlichen Kulturen Vieh, Felle, Dolche, Ringe, Salz etc. als Zahlungsmittel.

Münzgeld konnte sich seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. nach und nach durchsetzen, weil es immer die gleiche Größe, das gleiche Gewicht und das gleiche Aussehen hatte, und außerdem zählbar war. Als Münzgeld gibt es Kurantmünzen, bei denen der Münzwert dem Metallwert entspricht, und Scheidemünzen, bei denen der Wert der Münze höher als der des Metalls ist. Papiergeld entstand ab dem 11. Jahrhundert in China als Ersatz bei Mangel an Münzen bzw. als Forderung an den Herausgeber, bei Verlangen den Wert in Münzen auszuzahlen. In Europa wurde Papiergeld im 17. Jahrhundert eingeführt, aber erst im 19. Jahrhundert konnten sich Banknoten als Zahlungsmittel wirklich etablieren (aber nur deshalb, weil man das Papiergeld jederzeit in Kurantmünzen umtauschen konnte). Papiergeld wurde lange als wertlos empfunden, weil ein Staat, der das Monopol zum Gelddruck innehatte, beispielsweise zur Kriegsfinanzierung einfach die Notenpresse anwerfen konnte. Je mehr Geld aber im Umlauf war (und ist), desto eher kam (und kommt) es zu Preissteigerungen und einem Kaufkraftverlust des Geldes. Kreditgeld entstand als eine Forderung an eine/n SchuldnerIn,  um Güter und Dienstleistungen zu bezahlen, damit der/die ProduzentIn keinen Schaden hatte, wenn der/die SchuldnerIn die Rechnung nicht sofort begleichen konnte.

Geld und Währung/Währungspolitik

Währungsstandards, die bis ins 20. Jahrhundert existierten, definierten den Geldwert in den verwendeten Währungseinheiten als Wert einer festgelegten Menge des Edelmetalls Gold oder Silber. Zunächst dominierten in den meisten Ländern Silberstandards, und Goldmünzen standen in einem Kurs zum Silbergeld, wurden aber nur für die Bezahlung „höchstwertiger“ Güter im Inland und zur Bezahlung von HandelspartnerInnen im Ausland verwendet. Im 19. Jahrhundert wechselten viele Industriestaaten zu Goldstandards, d.h. dass das umlaufende Geld bei den Banken in Gold gedeckt war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verzichteten die meisten Staaten auf Währungsstandards, und stattdessen wurden geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken eingeführt, die eine Preisniveaustabilität sicherstellen sollten (und heute noch immer sollen), d.h. es gibt keine Deckung in Form eines Edelmetalls oder dergleichen.

Zentralbanken verfolgen im Allgemeinen ein konkretes und festes Ziel bei der Geldmengensteuerung. Dieses Ziel ist die Preisstabilität, wie bereits oben erwähnt. Preisstabilität bedeutet, dass insbesondere der Inflation entgegengesteuert wird, d.h. dass die Zentralbank die Geldmenge im Gleichschritt mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hält.

Inflation bedeutet, dass die Geldmenge unverhältnismäßig zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wächst, oder bei gleichbleibender Geldmenge die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (= Häufigkeit, mit der die vorhandene Geldmenge innerhalb eines Jahres durchschnittlich umgesetzt wird) zunimmt. Das führt zu einem Ungleichgewicht zwischen dem verfügbaren Geld und den Gütern, die mit Geld bezahlt werden können. Dies wiederum führt zu einem Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Zur Inflation kann es z.B. durch die Zinspolitik der Zentralbank, durch plötzliche Erhöhung der Staatsverschuldung, oder plötzlich veränderte Erwartungen der Haushalte, die zu einem Abnehmen der Sparguthaben führen, kommen.

Deflation bedeutet hingegen, dass die Geldmenge sinkt oder bei gleicher Geldmenge die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zurückgeht. Dadurch kommt es zu fallenden Preisen. Zur Deflation kann es durch Zinspolitik der Zentralbank kommen, aber auch, wenn Haushalte weniger konsumieren und investieren, und ihr Geld eher sparen.

Der Antisemitismus des europäischen Mittelalters entwickelte das Stereotyp des reichen, habgierigen, betrügerischen Juden, weil Juden und Jüdinnen die einzige Bevölkerungsgruppe darstellten, die gewerbsmäßig Geld verleihen durfte; gleichzeitig war es ihnen untersagt, Handwerk, Landwirtschaft und ähnliches auszuüben.

Diskussionsfragen

Gibt es eine „moralische“ Seite von Geld? Warum wurden die Goldstandards abgeschafft? Würde ein Zurückgehen zu einem einfachen Tauschsystem die Probleme des Kapitalismus beseitigen? Könnte der Kapitalismus unter einer solchen Voraussetzung überhaupt funktionieren? Wäre es besser, wenn es nur eine Währung für alle Staaten gäbe? Sollen wir Geld abschaffen, und falls ja, wie könnten wir eine Welt ohne Geld erreichen? Ist Geld an sich problematisch?

Was ist die „Eurokrise“? Warum gibt es Währungen bzw. warum gibt es in der EU jetzt eine (für die meisten Mitgliedsstaaten) gemeinsame Währung, den Euro? Welchen Einfluss bzw. welche Auswirkungen auf unser Leben, auf Nationalstaaten etc. können eine gemeinsame Währung oder unterschiedliche Währungen haben?


[1] „Wasser“ führt ca. zur Hälfte der Suchergebnisse

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2 Responses to “Einleitung – Was ist Geld?”

  1. Raffa April 9, 2012 at 5:50 pm #

    ein artikel zum thema:

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/747501/Das-Geheimnis-um-Oesterreichs-Gold

    Das Geheimnis um Österreichs Gold

    09.04.2012 | 18:15 | NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

    Nur die Nationalbank weiß, wo die österreichischen Goldreserven lagern. Ein Großteil dürfte sich im Ausland befinden. Wie viel davon noch vorhanden ist und wie viel „verliehen“ wurde, ist unklar.

    Wien. Die Notenbankchefs dieser Welt reden gern über Deflation, Inflation und darüber, wie sie beides per Zinsschraube zu steuern gedenken. Über Gold reden sie nicht. Dabei ist das Metall, das vor mindestens 2600 Jahren erstmals als Münzgeld eingesetzt wurde, bis heute der einzige Bestandteil der Währungsreserven, der nicht aus „Papier“ besteht – also nicht von einer anderen Zentralbank beliebig vermehrt (und abgewertet) werden kann. Wahrscheinlich sind die Goldreserven genau deshalb das Staatsgeheimnis Nummer eins. Vom österreichischen Gold weiß man weder, wo es genau lagert, noch, wie viel davon überhaupt noch (physisch) existiert.

    Gold ist wieder Geld

    Offiziell bekannt ist nur so viel: Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hält 280 Tonnen Gold mit einem aktuellen Marktwert von rund elf Milliarden Euro, was immerhin fast 60 Prozent der gesamten Währungsreserven ausmacht. Tendenz steigend. Denn ausgerechnet die lockere Geldpolitik der Zentralbanken führt seit 2001 zu einer Abwertung der Währungen und einem stetigen Anstieg des Goldpreises. So nimmt auch die Bedeutung des Goldes im Währungssystem wieder zu. Die westlichen Zentralbanken haben seit 2009 keine Unze ihrer (immer noch beachtlichen) offiziellen Bestände mehr verkauft. Und Länder wie Russland, Indien und China kaufen derzeit, was sie kriegen können. Die Chinesen machen daraus nicht einmal ein großes Geheimnis. „Die einzige Chance, sich gegen Risken zu versichern, ist, eine Hartwährung zu kaufen: Gold“, sagte Notenbanker Zhang Jianhua Ende vergangenen Jahres. „Das weist auf eine zunehmende Remonetarisierung des Goldes hin“, sagt Ronald Stöferle, Goldanalyst der Erste Group. Soll heißen: Gold wird wieder Geld.

    Aber wo genau sich das Gold der Deutschen, Österreicher und Schweizer befindet, wird nicht verraten. Nur so viel: Ein Großteil der Goldreserven lagert im Ausland. Vor allem die Tresore der Federal Reserve in New York– neben London und Zürich ist New York einer der zentralen Goldhandelsplätze – dürften mit europäischem Gold voll sein. Wegen der Eurokrise und der generellen Unsicherheiten im Finanzsystem regen sich aber immer mehr Stimmen, die die Rückholung dieser Goldbarren fordern. Denn: „Die Währungsreserven sind Volksvermögen“, sagt der Wiener Ökonom Gregor Hochreiter. „Volksvermögen sollte auch großteils in den eigenen Landesgrenzen gehalten werden. Wir leben in einer Währungsunion, die nicht wirklich stabil ist. Da sollte man Vorsicht walten lassen.“

    Hoher Anteil an „Papiergold“

    Der ehemalige französische Präsident Charles de Gaulle ließ das Gold der „Grande Nation“ schon in den 1960er-Jahren aus New York abholen und nach Paris bringen. De Gaulle erschien es unerträglich, dass Frankreichs Gold „dem Zugriff einer fremden Macht preisgegeben sein könnte“.

    Heute sind es nicht nur „fremde Mächte“, die Zugriff auf diese Goldreserven im Ausland haben. Das Währungsgold wird auch für sogenannte Leasinggeschäfte eingesetzt. Dabei wird das physische Gold an Banken verliehen, die es verkaufen dürfen. Die Banken zahlen dafür Zinsen (ein bis zwei Prozent). Die Zentralbanken machen in ihren Bilanzen keinen Unterschied zwischen „Gold“ und „Goldforderungen“.

    Heißt: Wie viel Gold tatsächlich in physischer Form vorhanden ist – und wie viel nur als Forderung an eine Gegenpartei –, ist völlig unbekannt. Die Deutsche Bundesbank sagt, dass der Anteil dieses „Papiergoldes“ an ihren Goldreserven im einstelligen Prozentbereich liege. Die OeNB macht gar keine konkreten Angaben. Eine entsprechende Anfrage der „Presse“ beantwortet die Nationalbank so: „Goldgeschäfte werden nur mit renommierten Banken gegen ausgezeichnete Sicherheiten mit entsprechender Überdeckung abgeschlossen. Die OeNB hatte daher aufgrund ihrer strikten Risikopolitik auch noch nie einen Kreditausfall aus Goldgeschäften.“

    Es gibt zwar eine Reihe von parlamentarischen Anfragen des FPÖ-Abgeordneten Gerhard Deimek zu diesem Thema. Aber auch das Finanzministerium konnte bisher keine brauchbaren Antworten liefern. Die OeNB ist unabhängig und nicht weisungsgebunden. Es ist also anzunehmen, dass niemand außer den Notenbankern über den wahren Verbleib des Goldschatzes Bescheid weiß.

    Aber wann hat die Nationalbank sich zuletzt der Existenz der eigenen Goldreserven versichert? In Deutschland steht die Bundesbank in der Kritik, weil das letzte Audit der Reserven in New York schon fünf Jahre her ist. „Wir wissen nicht, in welchem Umfang es stattgefunden hat. Wir wissen nicht einmal, ob Mitarbeiter der Bundesbank selbst mitgezählt haben“, sagt Jörg Baetge. Der renommierte Bilanzrechtler hat im Auftrag des CSU-Abgeordneten Peter Gauweiler ein Gutachten angefertigt. Das Ergebnis ist ernüchternd: „Es ist unheimlich schwer, an Informationen heranzukommen. Wir wissen gar nicht, wie genau geprüft wird.“

    „Bestand regelmäßig bestätigt“

    Wie genau die OeNB die österreichischen Goldreserven prüft, ist auch ein Geheimnis. Ebenso, wann das letzte Audit stattgefunden hat. In „unregelmäßigen Abständen“ würden OeNB-Mitarbeiter „physische Kontrollen“ durchführen, so die Nationalbank. Sonst verlässt man sich auf die Seriosität der Geschäftspartner: „Der an verschiedenen Goldhandelsplätzen gehaltene Bestand an Gold wird von den Verwahrern regelmäßig bestätigt.“

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  1. Report – What is money? « Discussion Group Spartacus - April 15, 2012

    […] like to refer to the introduction, which poses the following: money is everything, that the function has of a means of payment (in […]

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